Styleguide für Studienarbeiten

Bitte beachten Sie bei Ihrer schriftlichen Ausarbeitung die folgenden Hinweise.

Text

  • Studienarbeiten sind sachliche Berichte, welche wissenschaftliche Methoden, Herangehensweisen, Recherchen oder Experimente beschreiben. In keinem Fall sind sie emotional und subjektiv geschriebene Erzählungen (also nicht: "Ich habe", "Meines Erachtens", "Spannend war", …). Zu vermeiden sind umgangssprachliche Formulierungen und die erste Person („Ich habe“, wir, uns, …). Es ist ein sachlich-nüchterner Stil anzustreben.
  • Passivkonstruktionen können helfen die persönliche Form zu vermeiden, bergen bei zu häufiger Benutzung aber die Gefahr, dass es sprachlich einfältig klingt, und sollten deshalb mit Bedacht eingesetzt werden.
  • Sätze sollen kurz und präzise sein. Längere Nebensatzkonstruktionen sollten vermieden werden.
  • Allgemein gültige Fakten und Ergebnisse werden im Präsens dargelegt. Für nur temporär gültige Aussagen über die Versuchsdurchführung, bzw. die Entwicklung der Konstruktion wird das Imperfekt verwendet.
  • Jeder neue und nicht allgemein bekannte Begriff soll bei seiner ersten Verwendung kurz erläutert werden. Ebenso soll jede nicht allgemein bekannte Abkürzung bei ihrer ersten Verwendung ungekürzt und ggf. mit kurzer Erläuterung ausgeschrieben werden.
  • Zwischen Zahlen und ihre Einheit sollte zumindest ein geschütztes Leerzeichen gesetzt werden (bei Word: Strg+Shift+Leertaste), um einen Zeilenumbruch zu verhindern. Typografisch korrekt ist ein schmales geschütztes Leerzeichen: »3 cm«. Dies erfordert allerdings etwas mehr Aufwand beim Eingeben: Wikipedia
  • Korrekte Kommasetzung beachten: http://www.duden.de/sprachwissen/rechtschreibregeln/komma
  • Im Deutschen werden zusammengesetzte Substantive ohne Bindestrich geschrieben. Ein Bindestrich kann sinnvoll sein, wenn er die Lesbarkeit erhöht. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn fremdsprachige Wörter mit deutschen zusammengesetzt werden: Software-Ergonomie statt Softwareergonomie vermeidet das »ee« an der Wortgrenze.
  • Wenn fremdsprachige (meist englische) Fachbegriffe verwendet werden, gibt es mehrere Möglichkeiten. Der Autor hat eine gewisse Entscheidungsfreiheit, muss das von ihm gewählte Schema aber konsistent verwenden. Die Empfehlungen des Lehrstuhls sind folgende:
  • Der Begriff ist in der deutschen Sprache geläufig und steht im Duden. Dann ist dieser zu gebrauchen.
  • Der Begriff ist im Fachgebiet geläufig. Er wird bei erster Erwähnung oder in einem Glossar definiert. Als stehender Begriff wird er groß geschrieben (aber bei Wortkombination aus dem Englischen ohne Bindestrich): „Manche Forscher verstehen die Usability als Untermenge der User Experience.“ Falls allerdings deutsche und fremdsprachige Begriffe zusammengesetzt werden, wird ein Bindestrich verwendet: „Usability-Fragebogen“, „User-Experience-Kriterien“
  • Der Begriff ist im Fachgebiet mäßig geläufig, kann aber nicht als stehender Begriff vorausgesetzt werden oder es gibt keine deutsche Übersetzung, welche die Bedeutung korrekt wiedergibt: Der fremdsprachige Begriff wird in seiner ursprünglichen Schreibweise (also meist klein) im deutschen Text verwendet. Um ihn zu kennzeichnen wird er kursiv gesetzt: „Unter affordance versteht Norman (1989) die Eigenschaft eines Objektes, Gebrauchsmöglichkeiten anzuzeigen.“ Eine detaillierte Erklärung des Begriffes ist erforderlich.
  • Für Nicht-Muttersprachler bietet es sich dringend an, den Text vor Abgabe von einem Muttersprachler durcharbeiten zu lassen.

Abbildungen und Diagramme

  • Jede Abbildung braucht Bezug zum Text. Sie sollte explizit genannt werden: „Dieses Prinzip ist in Abbildung 3 verdeutlicht.“
  • „Abbildung 3“ im Fließtext wenn möglich als Querverweis setzen. Das ermöglicht anklicken und verhindert Zeilenumbruch.
  • Jede Abbildung sollte allein durch das Bild und die Bildunterschrift verständlich sein (also auch ohne die Beschreibung im Fließtext).
  • Verwenden Sie im gesamten Dokument eine konsistente Farb- und Form-Kodierung.
  • Achten Sie darauf, dass alle Achsen beschriftet sind und alle verwendeten Einheiten angegeben sind. Symbole müssen in einer Legende erklärt werden. Alle Arten von Symbolen oder (Farb-)Codierungen in einer Abbildung müssen Informationen transportieren und die Zuordnung zu diesen Informationen erklärt werden. In einer wissenschaftlichen Arbeit gibt es keine unerklärten oder ornamentierenden Farb-/Form-/Text-Codes.
  • Geben Sie alle relevanten Informationen, etwa zu statistischen Untersuchungen, in der Grafik (oder der Bildunterschrift) an. Bsp.: Signifikanzniveau, Standardabweichung o.ä.
  • Für jeden berichteten Mittelwert muss einer der folgenden Fehlerbalken angegeben werden: Standardabweichung, Standardfehler, 95%-Konfidenzintervall oder Spannweite. (Angabe des Typs in der Diagrammbeschriftung oder -legende!)
  • Auch andere Diagrammformen als Balkendiagramme sind möglich und ggf. sinnvoll. Auch dann müssen alle Informationen, die zum Lesen des Diagramms nötig sind vorhanden sein. Beispiel Boxplot: Legende erklärt, welche Werte alle Querbalken und Datenpunkte darstellen.
  • Linien, die Datenpunkte verbinden, suggerieren Trends, Interpolierbarkeit oder Zusammengehörigkeit. Benutzen Sie sie nur, wenn diese Zusammenhänge zwischen den Datenpunkten gegeben sind! Beispiel: Zwischen den Mittelwerten zweier unterschiedlicher Fragen in einem Fragebogen ist dies nicht gegeben!
  • Skalen, die nicht bei 0 beginnen, sollten vermieden werden.
  • Dies gilt nicht, wenn Skalen definierten Grenzen entsprechen. Beispiel: Likert-Skala in Fragebogen reicht von -3 bis 3.
  • Wenn sich aus Platzgründen eine bei 0 beginnende Skala nicht realisieren lässt oder Unterschiede in Datenpunkten dann überhaupt nicht mehr erkennbar wären, so sollte nicht die x-Achse bei einem höheren y-Wert liegen, sondern bei 0 und die y-Aches (und ggf. die Balken) unterbrochen dargestellt werden. Es müssen aber alle Datenpunkte/Balkenenden oberhalb der unterbrochenen y-Achse liegen! Falls die Werte sehr weit auseinander liegen empfiehlt sich die Darstellungsform der mehrteiligen Panel Chart.

Generelle Richtlinien zur Diagrammerstellung:

  • Die y-Achse beginnt bei Null und ist gleichmäßig eingeteilt.
  • Die x-Achse ist gleichmäßig eingeteilt. Der in dem Bildausschnitt dargestellte Bereich der x-Werte ist möglichst sachangemessen gewählt.
  • Die durch die verwendeten Symbole dargestellten Maße sind proportional zu den Zahlen, die sie darstellen sollen.
  • Alle Festlegungen von Achsenausschnitten, Einheiten usw. sind möglichst wenig willkürlich, sondern liegen durch die Fragestellung inhaltlich nahe.
  • Achten Sie auf passende Schriftgrößen: Schriftgröße von Texten in Diagrammen 12 pt oder 14 pt, Überschriften beispielsweise 18 und fett. Verwenden Sie für Diagramme eine Schriftart ohne Serifen.
  • Bei der Verwendung von Farben ist darauf zu achten, dass Schrift- und Hintergrundfarbe in einem ausreichenden Kontrastverhältnis zueinander stehen: helle Schrift auf dunklem Hintergrund und umgekehrt.
  • Achten Sie darauf, dass Ausdrucke auch in schwarz/weiß lesbar und verständlich sind! Auch auf einem Schwarz-Weiß-Ausdruck müssen nicht zusammengehörige Elemente durch Kontrastunterschied oder Schraffur identifizierbar sein.

Ein Beispiel für die Darstellung einer statistischen Auswertung:

Weitere Informationen zur wissenschaftlichen Darstellung von Abbildungen finden Sie im APA Manual (2010) und in Field (2013).

Ergebnisse statistischer Auswertung

Verwenden Sie statt eines Kommas einen Punkt zur Angabe von Dezimalstellen. Die Dezimalstellen sollten außerdem einheitlich gehalten werden, idealerweise runden Sie Ihre Ergebnisse auf 2 Dezimalstellen. Deskriptive Daten (z. B. Mittelwerte) können in Tabellen präsentiert werden und müssen dann nicht im Text wiederholt werden (aber auf die Tabellen muss verwiesen werden). Wenn eine Variable keinen Wert über 1 annehmen kann, so kann man die 0 vor dem Punkt weglassen z. B. r = .30. p-values sollten exakt berichtet werden: p = .031. Dies gilt nicht, wenn der p-value kleiner als .001 ist, wird er als p < .001 berichtet. Populationsparameter (z. B. µ) werden durch griechische Symbole ausgedrückt und werden nicht kursiv gesetzt, Stichprobenparameter und alle anderen statistischen Symbole werden durch lateinische Symbole ausgedrückt und werden immer kursiv gesetzt z. B. r, t.

Statistische Tests werden wie folgend im Text berichtet:

  • Chi Quadrat (df, Chi-Quadrat-Wert, p-value): χ2(2) = 10.42, p < .01
  • t-test (df, t-Wert, p-value): t(39) = 4.30, p = .020
  • ANOVA (df, F-Wert, p-value): F(2,39) = 4.30, p = .031
  • Regression (Betas, standardisierte Betas, r², wenn nötig ΔR²): β = .41; p < .01; R²= .17

Regressionen werden am besten in einer Tabelle berichtet:

Beispielhafte Regressionstabelle
AV B β UV
Schriftgröße Anzahl Bedienfehler 2.33 .21** .66**
  • Logistische Regression (Beta, Wald-Test, Nagelkerkes R²): β = −.12; p = .301 ; Wald = .31; Nagelkerkes R² = .01

Auch die logistische Regression berichten Sie am besten in einer Tabelle

Beispielhafte logistische Regression
UV AV β Wald Nagelkerkes R²
Blinzelfrequenz Reaktion 1.33 8.33** .34
Abstand vom Objekt Reaktion −1.00 64.00 .08

Beispiele für den das Berichten eines t-Tests im Fließtext:

  • "Es konnte ein signifikanter Unterschied zwischen den beiden Bedienkonzepten festgellt werden (t(29) = 2.33, p = .040)."
  • "Der t-Test ergab ein signifikantes Ergebnis mit t(29) = 2.33 (p = .040)."

 

Das Berichten von Effektstärken klären Sie am besten individuell mit Ihrem Betreuer ab.

Literatur

APA Manual (Publication manual of the American Psychological Association) (6th ed.) (2010). Washington, DC: American Psychological Association.

Field, A. (2013). Discovering statistics using IBM SPSS statistics (MobileStudy, 4th edition). Los Angeles, London, New Delhi: Sage.