SAFARI — Smartphonebasierte Schaltzeitprognose und Fahrerassisten

Projekttyp: Bayerischen Forschungsstiftung (BFS)

Forschungsfeld: Systemergonomie — Fahrerinformation, Feldtest

Ansprechpartner: Oliver Winzer

Projektzeitraum: 05/2016 - 04/2018

Beschreibung

Das Projekt SAFARI ist ein von der Bayerischen Forschungsstiftung (BFS) gefördertes Zwei-Jahres-Projekt. Ziel ist eine Ampelschaltzeitprognose, Übertragung dieser Information und Anzeige auf einem Smartphone für den Fahrer.

Projektpartner sind die TRANSVER GmbH, die Bayerische Medien Technik GmbH (bmt) und der Lehrstuhl für Ergonomie.
Die Verkehrstechnik-Ingenieure von TRANSVER erarbeiten im Projekt Verfahren um aus Floating-Car-Daten die Programmabläufe von Lichtzeichenanlagen (Ampeln) abzuleiten. Die so gewonnen Informationen werden von Nachrichtentechnik-Experten der bmt in ein zu erarbeitendes Format überführt und über den Standard TPEG hybrid über Mobilfunk und Digital Audio Broadcasting (DAB) übertragen. Im Fahrzeug angekommen, ist der Lehrstuhl für Ergonomie verantwortlich dem Fahrer die Informationen in geeigneter Weise anzuzeigen, um die Zufahrt auf die nächste Ampel angenehmer zu gestalten.

Ein Hindernis bei der Einführung von Ampelassistenten ist eine Datenbasis von Schaltzeiten zu erhalten. In Städten liegt diese beispielsweise in Verkehrszentralen vor und wird in diversen Industrie- und Forschungsprojekten genutzt. Die Stadt eignet sich aber nur begrenzt für die Ampelassistenz: Die Abstände zwischen den Ampeln betragen wenige 100 Meter, der Geschwindigkeitsbereich um auf Ampelinformationen zu reagieren ist stark begrenzt, der dichte Verkehr schränkt weiter ein, da eine Vielzahl schwächerer Verkehrsteilnehmer (Fußgänger, Fahrradfahrer) wahrscheinlich mehr Aufmerksamkeit als ein informierender Ampelassistent verdienen.

Im Vorgängerprojekt KOLIBRI (Kooperative Lichtsignaloptimierung – Bayerisches Pilotprojekt) wurden gute Erfahrungen in der ländlichen Umgebung auf einer Bundesstraße in München und einer Staatsstraße in Regensburg gesammelt; mit typischen Ampelabständen von 1km.
Die informationstechnisch unterstützte, 6km lange Anfahrt (Fahrenzhausen-Unterschleißheim) zum eigentlichen Testgebiet ermöglichte ein besonderes Erlebnis: Grüngarantie.
Diese ländlichen Schaltanlagen sind meist nicht an einen Verkehrsrechner gekoppelt; um Daten zu erhalten sind sie kostenintensiv aufzurüsten. Das Umrüsthindernis möchte das SAFARI-Projekt in geeigneter Umgebung im Münchner Norden umgehen. Wesentliche Unterschiede zu KOLIBRI sind damit der Verzicht der Aufrüstung, ein größeres Testgebiet und keine überplante Koordinierung der Signalanlagen.

Eine Besonderheit ist die Übertragung von Ampelinformationen mit dem praxisbewährten DAB. Der hybride Ansatz (Mobilfunk/DAB) könnte die Datenverfügbarkeit im ländlichen Raum erhöhen. Das Rundfunksignal kann fortlaufend Informationen übermitteln, die ohnehin von allen Teilnehmern benötigt werden; bzw. teilnehmerseitig gefiltert werden. Das Projekt nutzt damit explizit keinen dedizierten Kurzreichweitenfunk (VANet u.ä.).

Der Lehrstuhl greift für die Visualisierung im Fahrzeug auf Vorarbeiten aus dem Projekt KOLIBRI zurück. Während die umgerüstete KOLIBRI-Strecke im Rahmen des laufenden EU-Projektes Local4Global noch für einen begrenzten Feldtest genutzt werden soll; werden in SAFARI die öffentlichen Feldtests zeitlich und räumlich ausgedehnt. Von Interesse sind die Nutzermeinung und das Verhalten (GPS-Tracks).