PedSiVal - Cross Platform Validation of Pedestrian Simulators

Beschreibung

Projektpartner: IFSTTAR – Institut français des sciences et technologies des transports, de l’aménagement et des réseaux

Situation: Seit Jahrzehnten werden Fahrsimulatoren zur Untersuchung des menschlichen Verhaltens im Straßenverkehr eingesetzt. Methodische Vorteile wie weitgehende Risikofreiheit und eine experimentelle Kontrolle von Störvariablen lassen sich dabei auf die Betrachtung anderer Verkehrsteilnehmer übertragen. Im Zusammenhang mit technischen Neuerungen (z.B. verbesserte Bewegungserfassung, Visualisierung virtueller Umgebungen) wächst dementsprechend die Zahl von Fußgängersimulatoren in Industrie und Wissenschaft.

Unabhängig von der Art des Verkehrsteilnehmers jedoch können Diskrepanzen zwischen Simulation und Wirklichkeit zu systematischen Unterschieden im beobachtbaren Verhalten führen. Die Gültigkeit von auf Simulationsstudien beruhenden Forschungsergebnissen ist somit im Vorfeld zu evaluieren. Während die Validität von Fahrsimulatoren in der Vergangenheit Gegenstand diverser Untersuchungen war, liegen verhältnismäßig wenig Befunde hinsichtlich des Einsatzes von Fußgängersimulatoren vor. Daher ist, nicht zuletzt aufgrund der besonderen Gefährdung von Fußgängern im Straßenverkehr, eine zeitnahe Absicherung der Validität maßgeblich.

Ziel: Im Rahmen des Projektes sind Eigenschaften der Simulation zu identifizieren, welche das Verhalten der Studienteilnehmer beeinflussen. Der Vergleich von Beobachtungen in realen und simulierten Umgebungen soll Rückschlüsse auf die Generalisierbarkeit der Erkenntnisse sowie Empfehlungen bezüglich der Untersuchung spezifischer Fragestellungen ermöglichen. Eine dem jeweiligen Anwendungsfall angemessene Validität wird als Voraussetzung für eine Erhöhung der Verkehrssicherheit auf Basis künftiger Befunde gesehen.

Vorgehen: Aufgrund der erhöhten Unfallgefahr liegt ein Schwerpunkt des Projektes auf der Straßenüberquerung im innerstädtischen Verkehr. Möglichst identische Szenarien sollen dabei den Vergleich unterschiedlicher Metriken zwischen realer und simulierter Umgebung unterstützen. Zusätzlich erfolgt in Kooperation mit dem französischen IFSTTAR der experimentelle Vergleich zweier unterschiedlicher Simulatorkonfigurationen. Während das IFSTTAR ein CAVE mit zehn Bildschirmen verwendet, nutzt der Lehrstuhl für Ergonomie ein Head-Mounted-Display. Beide Simulatoren ermöglichen natürliche Gehbewegungen; wesentliche Unterschiede bestehen jedoch hinsichtlich der akustischen und visuellen Darstellung von Reizen. Etwaige Diskrepanzen im beobachteten Verhalten können somit Aufschluss über den konkreten Einfluss konfigurationsabhängiger Spezifika geben.